Guten Morgen! Eine ereignisreiche Woche geht zu Ende. Manch einer wird erst einmal durchschnaufen wollen, wie etwa Tiktok-CEO Shou Zi Chew, der bei einer Anhörung im US-Senat gefragt wurde, wie er es denn mit China hält. „Sind Sie jemals ein Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas gewesen?“, fragte ihn Tom Cotton, Senator aus Arkansas, im strengen Südstaatentonfall.
Nun wird man besonders in den USA nicht so gern für einen Kommunisten gehalten, und das sah man dem Tiktok-Chef auch an, der betonte, er komme aus Singapur, nicht aus China. Ob man eigentlich Parteimitglied werden kann, auch wenn man gar nicht aus China kommt, fragt man sich da. Zu Xi Jinpings Ego würde es wohl passen, Bewerbungen aus aller Welt entgegenzunehmen.
Für Shou Zi Chew gab es nach der Anhörung jedenfalls kein Verschnaufen, denn gestern begann Universal Music Lieder seiner Künstlerinnen und Künstler von Tiktok abzuziehen, da man ihnen dort nur einen Bruchteil der auf anderen Online-Plattformen üblichen Vergütung biete, wie es in einem offenen Brief hieß. Tiktok biss gleich zurück: Universal Music habe „die eigene Gier über die Interessen ihrer Künstler und Songautoren gestellt“.
Apropos abziehen: „Nach der Übernahme des Kurznachrichtendienstes X durch Elon Musk hat sich die Plattform X massiv zum Negativen verändert“, sagt eine SPD-Sprecherin unseren SZ-Kollegen aus dem Hauptstadtbüro. Der Parteivorstand zieht sich nun offiziell zurück von X. Man wolle die Zeit in relevantere Kanäle wie Tiktok stecken. Dass Taylor Swift und Co. dort nun musikalisch fehlen, wird wohl als das geringere Übel gesehen.
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