Guten Morgen! Zwischen Berlin und München gibt es seit Jahren ein Wettrennen um den beliebtesten Ort für Gründerinnen und Gründer. Berlin hat nun wieder die Nase vorn, teilte der Start-up-Verband am Freitag mit. 468 neue Start-ups sind dort im vergangenen Jahr entstanden, in München 187.
Zum politischen Schlagabtausch eignen sich die Zahlen dennoch nur bedingt. Denn generell gehen die Gründungen in Deutschland zurück. Die Zahl neuer Start-ups fiel im Vergleich mit 2022 um fünf Prozent auf knapp 2500. Im Rekordjahr 2021 waren es bundesweit noch rund 3200 Neugründungen. Der Rückgang trifft fast alle Felder, in denen Start-ups tätig sind, nur der Software-Bereich konnte zulegen. Am deutlichsten bergab ging es bei den Gründungen im Online-Handel.
„Der Gründungsmotor in den zentralen Hotspots stottert“, bilanzierte der Verband. Der Rückgang zeige, „wie schwierig aktuell das Finanzierungsumfeld ist“, gerade in den kapitalintensiven Gründerhochburgen. Eine größere Dynamik gibt es dagegen in Städten wie Darmstadt, Karlsruhe oder Heidelberg, wo forschungsstarke Universitäten angesiedelt sind. Das deute darauf hin, dass „wissenschaftliche Durchbrüche schnell in die unternehmerische Praxis“ gebracht würden, schreibt der Verband.
„Berlin ist weiterhin die Hauptstadt der Start-ups“, freute sich Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). „München ist Deutschlands neue Start-up Hauptstadt“, frohlockte vergangenes Jahr Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Vielleicht ist kommendes Jahr ja mal das hessische Digitalministerium dran mit einer Pressemitteilung? Darmstadt ist mit 12,3 Gründungen pro 100.000 Einwohner dicht dran an Berlin (12,5) und München (12,4).
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