Guten Morgen! Übers Wochenende hat Elon Musk auf seiner Plattform X wieder abstimmen lassen. Er wollte wissen, ob er das Konto des Verschwörungstheoretikers Alex Jones wieder aktivieren soll. „Vox populi, vox dei“, schrieb Musk dazu, auf die lateinische Sentenz zurückgreifend, laut der Volkes Stimme etwas Göttliches innewohnt.
„Vox populi, vox Rindvieh“, könnte man dem entgegnen, wie unser Lateinlehrer es tat, wenn wir dies oder jenes verlangten. Das „Volk“ hat mit 70,1 Prozent dafür gestimmt, Jones, dessen Äußerungen immer mindestens bizarr, nicht selten unappetitlich und oft justiziabel waren, wieder auf X zu lassen. Das Volk X will Action – Brot und Spiele, wie man im alten Rom sagte.
Von Cato dem Älteren, apropos, stammt der Überlieferung nach ja das ceterum censeo, dass Karthago zerstört werden müsse, das dem noch aufstrebenden Rom als etablierte Großmacht fundamentale Gefahr bedeutete und überdies recht lästig war. Das ist erledigt. Heutzutage meinen einige dasselbe über X, und wenn er noch der Alte ist, wird Alex Jones bestimmt dazu beitragen, dass ihre Zahl weiter wächst.
Am Donnerstag startet in Deutschland mit Threads von Meta ein weiterer Wettbewerber um den Status als Großmacht des digitalen Raums, als den Ort, an dem sich alle treffen, an den alle Straßen führen.
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