Guten Morgen! Kreuzberger Nächte sind lang, aber in Brüssel kann man da nur müde lächeln – im wahrsten Sinne des Wortes. In gut zwei Stunden gehen die Verhandlungen über den AI Act wieder los, nachdem sie gestern Nachmittag endeten, weil wohl keine vernünftigen Entscheidungen mehr getroffen werden können, wenn alle Beteiligten mehr als 22 Stunden zusammen eingesperrt werden (mehr dazu im Tiefgang).
Viel heftige Kritik hat sich seitdem über die Brüsseler Zustände ergossen, aber weniger, weil es so lange dauert – gut Ding will Weile haben – sondern weil nicht klar ist, wie jemand nach so vielen Verhandlungsstunden noch klar denken soll. Selbst die Kardinäle dürfen während eines Konklaves mal schlafen gehen. Denn den Papst wählt man ja auf Lebenszeit – wobei, naja.
Auch auf Lebenszeit im Idealfall: die Ehe. Und um die einzugehen, kann man in Bamberg jetzt auch online einen Termin machen, wie die Stadt gestern mitteilte. Überlegen sollte man vorher trotzdem genau. „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet, der Wahn ist kurz, die Reu ist lang“, heißt es bei Schiller. Und das gilt ja nun irgendwie auch für den AI Act.
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